3. Symposium für Lebensmittelsicherheit


Von der Wissenschaft in die Praxis


Das 3. Symposium für Lebensmittelsicherheit, welches jährlich von Hygienicum und GLi GmbH in Graz veranstaltet wird, war auch dieses Jahr ein voller Erfolg. Illustre Gäste, praxisnahe Vorträge und spannende Diskussionen sorgten erneut für sehr gutes Teilnehmer-Feedback der bis zum letzten Platz hin ausgebuchten Tagung.


Wieder ging es um die alte Frage: An welchen Schrauben muss man drehen – in Bezug auf das Thema Hygienic Design sogar wortwörtlich – um Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten? Im Dschungel der Richtlinien, Verordnungen, Leitlinien und Empfehlungen kann dabei selbst einem gestandenen Fleischhauer schon einmal schwindelig werden. Daher wurde bei diesem Symposium vor allem auf eine praxisnahe Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und anerkannter Methoden zu Food Safety Wert gelegt, frei nach dem Leitsatz „Von der Wissenschaft in die Praxis“.


Stephan Tromp, seines Zeichens Managing Director des IFS (International Featured Standards) machte den Anfang und sprach über die mit Spannung erwartete IFS Version 7. Das in Verbindung mit HACCP und GMP möglicherweise oft zu wenig beachtete Thema „Prerequisite Programs“ wurde vom wissenschaftlichen Leiter der GLi Dr. Michael Stelzl höchstpersönlich beleuchtet. Mindestens ebenso spannend waren Frau Dr. Marija Zunabovics Einblicke in das Thema Hygienic Design. Speziell im GLi-Branchenprojekt „Verhinderung von Rekontamination mittels Prozess- und Anlagendesign bei der Herstellung von Fleischwaren“ setzt sich die Wissenschaftlerin der Universität für Bodenkultur Wien, seit Jahren mit diesem Thema auseinander. Durch die vielen Praxisbeispiele konnten sich die Anwesenden einen sehr guten Überblick über dieses Thema verschaffen. Die Campylobacter-Expertin Frau Dr. Monika Matt (AGES) beleuchtete in Ihrem Vortrag diesen pathogenen Keim, von der Erregerbiologie bis hin zu der Frage, warum hier vor allem Geflügelfleisch im Fokus stehen soll.


Der Praxisbezug wurde anschließend auch in den neuen Workshops zu den Themen HACCP, Probenahme und Lebensmittelverpackungen wieder hergestellt. Hier durften die Teilnehmer selbst ihre Erfahrungen und ihr umfangreiches Wissen einbringen. Das Ergebnis war ein interessanter Austausch und ein gemeinsames Erarbeiten von Erkenntnissen, abseits der üblichen Frontalvorträge.


Der erste Tag wurde beim Abendessen mit einem kurzen, aber umso lustigeren Auftritt der „Lebensmittel Combo“ beendet. Moderator und Mitveranstalter Dr. Michael Stelzl zeigte seine Saxophon-Künste und der Fleischhauer/Jazz-Sänger Hans Moser bewies bei einem stimmgewaltigen Gastauftritt, dass Kunst und Handwerk zusammen gehören.


Nach der Zusammenführung der Ergebnisse der Workshops vom Vortag wurde mit dem großen Thema Listerien der zweite Tag von Prof. Dr. Martin Wagner von der Veterinärmedizinischen Universität eingeläutet. „Food Fraud“ oder die Verfälschung bei Lebensmitteln war der nächste Punkt der Tagesordnung, über den Prof. Erich Leitner von der TU Graz referierte. Neue Konzepte zur Risikobewertung von Lebensmittelverpackungen stellte anschließend Dr. Christian Kirchnawy von OFI Technologie und Innovation GmbH vor. Dann ging es auch schon in den Endspurt mit der Frage nach Sinn oder Unsinn bzw. Sense or Nonsense von Food Defense. DI Oskar Wawschinek von Food Business Consult führte gewohnt pointiert ins Thema ein und moderierte die anschließende Podiumsdiskussion, wo Mag. Gottfried Schafzahl, Dr. Kurt Klein, DI Wolfgang Leger-Hillebrand und Alfred Czech aufeinander trafen und eine angeregte Diskussion führten.


Als Fazit von zwei spannenden Tagen mit Expertenvorträge, Diskussionen und Aha-Momenten bleibt die Gewissheit, dass Lebensmittelsicherheit in Österreich möglich ist, solange sich Wissenschaft und Wirtschaft - so wie am 3. Symposium für Lebensmittelsicherheit - auf Augenhöhe begegnen und austauschen können. Oder wie der bekennende Feinschmecker und britische Premier-Minister Winston Churchill zu sagen pflegte: „Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.“

 

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